15. Spieltag Herren: Punktgewinn oder Punktverlust?

2. November 2015 | Von Webmaster | Kategorie: 1. Mannschaft, Aktuell

KK1: FC Bischberg – FC Viereth 1:1 (0:1)

Aufgebot Bischberg:

Göbhardt, Hwastunow, Burger, Renner, Els, Kohler, Mück, Neumeister,Häder, Vietz, Meinl-Götz M. – Betz, Graf, Regus, Fischer

Torabfolge:

0:1 (32.) Walz Sebastian

1:1 (54.) Meinl-Götz Martin

Von Beginn an sah sich Bischberg in die Defensive gedrängt und schaffte es kaum durch gewonnene Zweikämpfe im Mittelfeld für Entlastung zu sorgen. So brannte es bereits nach vier Minuten zum ersten Mal lichterloh, als ein leicht abgefälschter Holler-Schuss dem im Fünfmeterraum völlig ungedeckten Tim Makorn vor die Füße fiel. Dass dieser derart aussichtsreich am Tor vorbeischob sollte dem Angriffsspiel des FCV nicht unbedingt die nötige Sicherheit verleihen.
Überlegen gestaltete der letztjährige Kreisligist die Partie dennoch. Gerade mit den stetigen Positionswechseln der offensiven Dreierreihe So – Holler – Walz hatten die Gastgeber so ihre Schwierigkeiten. Dass es dabei nicht zu klaren Möglichkeiten kam lag allerdings an den Ungenauigkeiten im Aufbauspiel. Dies hatten freilich beide Kontrahenten gemeinsam. Leichte Abspielfehler hier, Unkonzentriertheiten dort und Pässe ins Niemandsland sowieso. Es war nicht unbedingt ein Leckerbissen, den die gut 200 Zuschauer geboten bekamen.
Zu gelegentlichen Chancen reichte es dennoch. Bischberg kam spät, aber zweimal gewaltig. Es sollte eine Viertelstunde vergehen bis Meinl-Götz an einer scharfen Hereingabe vorbeirutschte und die Gastgeber ein erstes offensives Lebenszeichen von sich gaben. Als Vier-Tore-Mann Christoph Neumeister von halbrechts abzog und Keeper Berek klasse übergriff, um zu klären (36.) und als der zweite Vier-Tore-Mann Marco Vietz sich nach einer Hochgeschwindigkeits-Flanke von Neumeister gegen das eigene Bein schoss (41.) hatten die Anhänger des FCB zweimal den Torschrei auf den Lippen.
Richtig jubeln durften vor dem Seitenwechsel freilich nur die Gäste. In der 32. Minute verwandelte Sebastian Walz eine Ecke von der rechten Seite direkt ins kurze Eck. Noch ein zweites Mal zappelte das Runde im Bischberger Eckigen, doch dem vermeintlichen Treffer versagte Schiedsrichter Engelhaupt die Anerkennung. Walz säbelte in der 43. Minute zunächst drei Meter vor der Kiste über das Leder ehe auch Thomas Hohner das Kunststück fertig brachte, es aus kürzester Entfernung nicht im Gehäuse unterzubringen. Sein Querschläger gelangte erneut zu Walz, der auf der Torlinie stehend mit viel Glück und unter Zuhilfenahme des Pfostens einnickte – dabei aber im Abseits stand.

Zumindest hinsichtlich der Torraumszenen entschädigten die ersten zehn Minuten des zweiten Abschnittes für das mäßige Gekicke vor dem Pausentee. Zunächst prüfte Meinl-Götz Gäste-Torhüter Berek mit einer feinen Kopfballbogenlampe (47.), dann stürmte So auf der Gegenseite von links auf das Bischberger Tor zu und setzte seinen Abschluss um einen knappen Meter zu hoch an (51.).
Aller guten Dinge waren schließlich drei – und die Hausherren waren wieder an der Reihe. Marco Vietz packte dabei eine gefühlvolle Flanke aus und fand exakt den Kopf von Martin Meinl-Götz, der das Leder schulbuchmäßig in der Luft stehend an den Pfosten setzte. Von dort prallte das Spielgeräte zu ihm zurück, so dass der Angreifer am Boden liegend per Scherenschlag zum Ausgleich ansetzen konnte (54.). Ein sowohl in der Vorbereitung wie auch in der Vollendung mehr als sehenswerter Treffer.
Beflügelt vom Ausgleich – verfielen beide Teams prompt wieder in den selben Trott. Vor allem am und im eigenen Strafraum bevorzugten die Abwehrrecken das rustikale Spiel. Ein geordneter Spielaufbau war dadurch kaum möglich. Ernsthafte Feldvorteile konnte sich niemand erarbeiten obgleich der FCB nun zweifelsohne etwas mehr Ballbesitz verzeichnen konnte. Ein Fakt, der jedoch nur äußerst spärlich in gefährliche Torraumszenen umgemünzt werden konnte. Im Gegenteil, Matthias Holler hatte nach toller Landry So-Vorarbeit in der 77. Minute aus der Drehung noch die beste Möglichkeit für seine Farben zu vollstrecken, zielte aber um einen halben Meter am Giebel vorbei.
Wenn spieltechnisch schon nicht so viel zusammenläuft kann man sich durchaus auf anderem Wege Luft verschaffen. Die Akteure taten dies mit teilweise üblen Foulspielen, die zumindest in die Kategorie dunkelgelb passten. Dem Farbenspiel die Krönung setzte der Mitte der zweiten Halbzeit eingewechselte Stefan Graf auf. Der 32-Jährige holte sich in der 86. Minute nach einem Foulspiel den gelben Karton ab und kassierte in Folge heftiger Proteste aufgrund eines zweifelhaften, vom Unparteiischen nicht gegebenen Handelfmeters, nur zwei Zeigerumdrehungen später die Ampelkarte. Auf dem Weg zur Seitenlinie bedachte er den Schiedsrichter mit derartigen verbalen Nettigkeiten, dass dieser ihm im Hinausgehen glatt Rot zeigte.
Das Paradoxe in den wenig verbleibenden Restminuten: Bischberg hatte in Unterzahl die große Möglichkeit zum Siegtreffer. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß tauchte Christian Els halbrechts im Strafraum auf, kam frei zum Schuss und scheiterte an Keeper Rafael Berek, der prompt den Nachschuss von Meinl-Götz herausragend mit einer Hand zur Ecke abwehrte (93.). Einen Sieger hätte die Partie aber auch nicht zwingend verdient, denn obwohl beiden Mannschaften der Wille nicht abgesprochen werden konnte, so blieb vor allem spielerisch vieles Stückwerk.

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